Geschäftsbericht

2010 hat der Pensionskasse ALVOSO LLB ein in mancher Beziehung turbulentes Geschehen beschert. Nach dem erfreulichen Vorjahr ist an den Finanzmärkten ein übers Ganze gesehen trendloses, schwieriges Jahr gefolgt. Immerhin haben sich die Weltbörsen vom Taucher zur Jahresmitte recht rasch erholen können. Der von 111 % auf 106 % gesunkene Deckungsrad (unter Einschluss der freien Mittel angeschlossener Arbeitgeber) wird jedoch dem mässigen Anlageerfolg nicht ganz gerecht. Für den Rückgang war vielmehr der Akquisitionserfolg der Pensionskasse ALVOSO LLB verantwortlich. Es konnten zwei namhafte Neuanschlüsse gewonnen werden, die auf Stufe der Gesamtstiftung zu einer Verwässerung des Deckungsgrades geführt haben. Der Deckungsgrad ist nur ein Durchschnittswert; jedes angeschlossene Vorsorgewerk hat seinen individuellen Deckungsrad. Allerdings gibt es kein Vorsorgewerk mit einem Deckungsrad der klar ungenügend wäre. Deshalb gestattet der Anlageerfolg erneut die volle Verzinsung der obligatorischen und überob-ligatorischen Guthaben, obwohl die Schwankungsreserven das angepeilte Niveau deutlich unterschreiten. Die Überantwortung der Geschäftsführung an die LLB-Gruppe hat es schliesslich erlaubt, trotz dem personellen Wechsel in der Geschäftsleitung das Tagesgeschäft in geordneten Bahnen zu bewältigen.

Der globale Wirtschaftsaufschwung hat den ersten Monaten von 2010 zunächst den Stempel aufgedrückt. Doch wie fast immer, wenn die Börsenoptimisten das Oberwasser haben, geschieht Unverhofftes: Die Beinahe-Zahlungsunfähigkeit von Griechenland und Irland hat die Eurozone fast zum Zerbrechen gebracht. Die Krise des Euro und im Gefolge der Politik des billigen Geldes in den USA jene des Dollars haben in Franken rechnenden Anlegern arg Kopfschmerzen bereitet. Gerade in solchen Situationen hat sich die konsequente Anlagestrategie der Pensionskasse ALVOSO LLB als Segen erwiesen. Die konsequente Mischung von Festverzinslichen und Aktien hat vor Verlusten bewahrt. Die Performance von +1.36 % auf den Wertschriftenvermögen begeistert niemanden. Zusammen mit den Immobilien im Direktbesitz beträgt die Performance +1.5 %, weil Mietzinssenkungen im Gefolge tieferer Hypothekarzinssätze Wertberichtigungen nötig gemacht haben. Das ist langfristig klar ungenügend – und trotzdem darf sich die Pensionskasse ALVOSO LLB im nationalen Vergleich damit allemal sehen lassen.

Die Performance hat die Sollrendite klar nicht erreicht. Dennoch hat der Stiftungsrat beschlossen, die obligatorischen und die überobligatorischen Guthaben voll zu verzinsen, und zwar auch für jene Vorsorgewerke, die einen im Grunde ungenügenden Deckungsgrad aufweisen. Das bedingt einen bewussten Verzicht auf die Alimentierung der Kursschwankungsreserve. Obwohl diese die gewünschte Höhe nicht erreicht, erlaubt der Vermögensstand aber allen Destinatären gelassen in die Zukunft zu blicken. Der Anfang 2010 abgeschlossene Systemwechsel, der die Wertschwankungsreserven auf die individuellen Vorsorgeeinrichtungen der Unternehmen herunter bricht ändert daran nichts. Der Pensionskasse ALVOSO LLB ist derzeit kein Vorsorgewerk angeschlossen, das eine klare Unterdeckung aufweist und Sanierungsmassnahmen ergreifen müsste. Der Stiftungsrat wird diesem Aspekt in den kommenden Jahren immer wieder grösstes Augenmerk schenken. Ein einziges Vorsorgewerk, das in Unterdeckung gerät und dem Sanierungsmassnahmen auferlegt werden müssten, bildet für die ALVOSO LLB ein Reputationsrisiko, das es unbedingt zu vermeiden gilt.

Bereits Ende 2009 hat sich abgezeichnet, dass der Übergang vom langjährigen Geschäftsführer und Gründer der Pensionskasse ALVOSO, Herr René Häberling, zur LLB Berufliche Vorsorge AG nicht nur reibungslos verläuft. Das hat sich Anfang 2010 bestätigt. Es ist Herrn René Häberling und seiner Frau Maja zusammen mit der LLB-Gruppe als Partner, allen angeschlossenen Firmen und ihren Destinatären zu verdanken, dass zumindest gegen aussen das Funktionieren der Kasse gewahrt worden ist. Der personelle Wechsel in der Geschäftsführung ab August hat dann endlich die nötige Stabilität gebracht, die auch wieder vermehrt Anstrengungen um Neukunden erlaubt. Die Basis zur Weiterentwicklung ist damit gelegt.

Diese Basis hat es dem Stiftungsrat denn auch erlaubt, sich intensiv mit der Zukunft der Pensionskasse ALVOSO LLB zu befassen. Zu diesem Zweck hat der Stiftungsrat einen Ausschuss gebildet, der sich mit der Positionierung am Markt befasst hat. Dabei stand ein klares Bekenntnis zu den bisherigen Stärken im Zentrum: Flexible Lösungen für KMU's sind das Wesen unserer Pensionskasse. Darauf soll auch im Marketing zentraler Wert gelegt werden. Zudem hat sich der Ausschuss auch mit dem Rückversicherungsmodell der Kasse befasst, um dieses allenfalls per Ende 2011 auf neue Beine zu stellen und mit einem noch attraktiveren Angebot um Neukunden werben zu können.

Zu den Stärken und zum Vertrauen gehört seit jeher Transparenz. In dieser Absicht informiert unsere Website www.pensionskasse-alvoso.ch weiterhin jeden Monat über die auf den Vermögensanlagen erzielte Performance. Dort finden Sie als angeschlossene Firma und Destinatäre auch weitere nützliche Angaben über die Entwicklung der Pensionskasse. Das soll auch so bleiben!

Transparenz, Flexibilität der Vorsorge-Pläne und Kosten-Fairness sind die Garanten für den langfristigen Erfolg der Pensionskasse ALVOSO LLB. Dieser Erfolg lässt sich an der Zahl der angeschlossenen Firmen und deren Mitglieder messen. Zum Jahresende sind 244 Firmen mit 1'226 Mitgliedern unserer Pensionskasse angeschlossen gewesen. Das entspricht einem Wachstum der Anzahl Versicherten um beachtliche +19.7 %. Der grösste Teil des Wachstums geht auf den Anschluss von LLB-Gruppengesellschaften mit Sitz in der Schweiz zurück sowie eines grossen Anschlusses im Transportgewerbe im Kanton Schwyz. Weitere sollen folgen.

Mein Dank für das Vertrauen geht an alle angeschlossenen Firmen, die Mitglieder des Stiftungsrats und der Anlagekommission für die gute Zusammenarbeit. Die Arbeit im Zusammenhang mit der Übergabe der Geschäftsleitung, der Individualisierung der Reserven, der Positionierung oder der Ausschreibung des Rückversicherungspakets hat von einigen Stiftungsräten manche Stunden abverlangt. Diese Arbeit geschieht im typisch schweizerischen Milizsystem und verlangt manchmal, dass mit der Zeit jongliert wird.

Dank gebührt auch den Vertretern der LLB Asset Management für die kompetente Mithilfe und Beratung der Anlagekommission, aber auch Herrn Hans Gloor, Key Account Manager «Markt Mitte» der Schweizerischen Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft, der dem Stiftungsrat und der Geschäftsstelle in versicherungstechnischen und reglementarischen Fragen tatkräftig zur Seite steht und mithilft, in fast jedem Fall günstige Versicherungstarife zu sichern.

Mein besonderer Dank geht schliesslich an die Geschäftsstelle der Pensionskasse ALVOSO LLB, Herrn Michael Schmidt als neuem Geschäftsführer mit seinem Team, Herr Bruno Matt als Geschäftsführer a. i. und Herrn René Häberling und seiner Frau Maja während einer turbulenten Zeit, sowie Frau Erika Obrist, die für Kontinuität gesorgt hat. Die kompetente und rasche Abwicklung von Offerten für Neuanschlüsse durch die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle bilden die Grundlage für den Ausbau und das Wachstum der Pensionskasse ALVOSO LLB. Die kurzen Antwortzeiten und der Service sind die Voraussetzung für zufriedene Destinatäre.

   

Zürich, im April 2010

André P. Jaeggi, Präsident

 

   

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